Der letzte Bonheur ist mehr als sieben Jahre her. Das ist u huere chaibe lang. Da wieder reinzufinden, das wieder fortzusetzen, das braucht Überwindung, Kraft, Mut und Willen. Der Wunsch, die Bonheurs wieder genau so schreiben zu wollen wie damals, drängt sich auf. Und damit einhergehend die Befürchtung, dass das nicht so richtig klappen kann. Zweifel, Zweifel, Zweifel. Aber ich denke mir dann so: was solls. Ist ja eigentlich völlig einerlei und der Blog so: „ich eigentlich zweierlei, weil vor sieben Jahren und jetzt.“
Wie kommt es überhaupt dazu, dass ich jetzt, nach so vielen Jahren, wieder einen Bonheur schreibe? Wie kommt das? Wie? Naja, ich sitze in einer Bar, alleine, unfreiwillig. Trotzdem, beim Bier. Das wiederum freiwillig. Aber unfreiwillig, weil mein Zug Verspätung hatte und der Busfahrer wohl nichts davon mitgekriegt hat und stoisch seinem Fahrplan folgte. Ich kann ihms nicht verübeln. Der macht seinen Job. Und den macht er gut – denke ich. Und jetzt sitze ich hier beim Bier im Pub – alleine an der Bar. Ins Handy starrend, Bonheur schreibend.
Ich könnte auch mit Leuten reden, aber die reden schon alle mit jemand anderem. Und ausserdem habe ich gerade auch nicht so viel Lust auf andere Leute. Wollte ja eigentlich nach Hause. Vielleicht dem Busfahrer noch schnell eine gute Nacht wünschen, aber mehr Interaktion wollte ich gar nicht. Ich wollte nach Hause. Dahin, wo ich nicht mit Leuten reden muss, die ich nicht kenne, sondern mit den Leuten, die mir was bedeuten. Aber jetzt sitze ich hier.
Übrigens sitze ich in einer Bar, wo ich früher oft gesessen bin. Damals mit Leuten die ich kannte und da redete ich auch öfter mal mit solchen, die ich nicht kannte. Da suchte man dann Themen über die man reden konnte und landete oft im Gespräch bei Leuten die man gemeinsam kannte und fand das dann mega der Zufall und sagte Dinge wie „die Welt ist halt schon klein!“. Das sagte man im Wissen darum, dass man in der gleichen Bar in der gleichen Provinzstadt sass und ja auch gar nicht sehr weit von der Bar entfernt wohnte. Da ist die Welt natürlich klein, weil es ja nicht die ganze Welt ist, denn die ist recht gross. Also nicht im Vergleich zum ganzen Universum. Nein, im Vergleich dazu ist sie winzig klein. Aber im Vergleich zum Umfeld der Leute, die eine solche Bar in einer solchen Provinzstadt besuchen, ist sie voll gross – riesig sogar! Aber die Redewenendung ist ja trotzdem gut. Sie hilft beim Small Talk!
Jetzt fährt dann bald mein nächster Bus. Raus aus der Provinzstadt, hinein in die Provinz. Ich muss noch zahlen, danach zum Bahnhof gehen, in den Bus steigen, in die Dunkelheit starren, rechtzeitig den Halt-Knopf drücken, dem Busfahrer eine gute Nacht wünschen, nach Hause gehen, mit den Leuten reden, die mir was bedeuten und schlafen gehen!
A la bonheur, Maisbrot!
